Modellgemeinde Sailauf - Streuobstprojekt

Apfelbaum

Die Situation des Streuobstes in Sailauf war zu Beginn des Projektes ähnlich wie in vielen anderen Regionen Deutschlands: 

 

  • starker Verlust von Streuobstbeständen durch EG-Rodungsprämien in den siebziger Jahren, Flurneuordnung und Siedlungserweiterung; 
  • geringer Wert des Obstes, aufgrund der Preiskonkurrenz durch Obstplantagen.

 

Interesse am Erhalt an den Obstbaumbeständen war anfangs nur bei älteren Obstbaumbesitzern, die über reichhaltiges Wissen um Sortenvielfalt, Obstbaumstandorte, Schneide- und Veredelungstechniken verfügen und bei einer Gruppe von Personen vorhanden, die Streuobst als wichtiges kulturhistorisches, ökologisches und landschaftsästhetisches Element in der Gemeinde hielten.

 

Im Rahmen der Landschaftsplanumsetzung wurden eine Streuobstaktion durchgeführt. Die Gemeinde sammelt die Wünsche der Bürger, bestellt am Anfang des Jahres die gewünschten Obstbäume und verteilt diese kostenlos an die Bürger entsprechend ihrer Bestellung. Dazu gibt es Pfähle, Drahthose, Anbindematerial - alles was für eine Pflanzung gebraucht wird. Wie wertvoll Apfel- und Birnbäume für den Menschen sind, wird in Sailauf auch den kleinen Bürgern deutlich gemacht. Durch Baumpatenschaften pflegen die Kinder "ihren" Obstbaum von der Pike auf. Für Interessierte finden jährlich Obstbaumschnittkurse statt, denn Obstbäume brauchen für gutes Gedeihen entsprechen Pflege.

 

Ein Element der Kulturlandschaft wie das Streuobst kann langfristig nur über eine ökonomisch tragfähige Nutzung in seinen Beständen erhalten werden. Daher wurde eine Vermarktungsaktion zur Verbesserung des Marktpreises für Streuobst von der Gemeinde durchgeführt.

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